Carl Maria von Weber (1786 - 1826)


Dokumentarisch belegt ist lediglich Carl Maria von Webers Taufdatum: der 20. November 1786. Webers Vater Franz Anton von Weber war als Offizier, Beamter, Musiker und Kapellmeister tätig. Er gründete eine Schauspieltruppe und wurde reisender Theaterdirektor. Carl Marias Mutter Genovefa Weber, geb. Brenner, war Opernsängerin und Schauspielerin. Der junge Weber, ein Cousin von Mozarts Frau Constanze, erhielt den ersten, entscheidenden Musikunterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz durch den Kammermusiker Johann Peter Heuschkel, der in der Kapelle des Meininger Herzogs Friedrich als Organist, Pianist und Oboist angestellt war. Weitere Lehrer Webers waren in München Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition). Johann Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns, und der weitgereiste Abbé Georg Joseph Vogler, waren seine wichtigsten Mentoren in der Zeit der Ausbildung zum Komponisten und Musiker.

Von 1804 bis 1806 war Weber Kapellmeister in Breslau. Hier hat der Achtzehnjährige das eingeführt, was an den Opernhäusern bis heute seine Gültigkeit hat: die Orchestersitzordnung und der Probenablauf von der Soloprobe mit den Sängern über die Ensembleproben, die Orchestersitzproben (mit Sängern, aber ohne Szene) bis zur Haupt- und Generalprobe. Von September 1806 an bis Februar 1807 war Weber Kapellmeister am Hof des Herzogs Eugen Friedrich Heinrich von Württemberg-Oels, der ein Schloss in Carlsruhe (heute Pokój bei Oppeln in Polen) bewohnte. In der folgenden Zeit lebte Weber ungeachtet der verschiedenen Konzertreisen, von denen ihn 1810 eine nach Mannheim führte, als Pianist in München, Leipzig und Berlin sowie am Hofe in Gotha und Weimar. Zwischen 1813 und 1816 war er Operndirektor in Prag, ab 1817 Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Das italienische Operndepartement der Hofoper leitete Francesco Morlacchi, der sich zum erbitterten Gegner Webers entwickelte.

Am 30. Januar 1817 eröffnete Weber (zu seinem großen Ärger zunächst lediglich in der Funktion als Musikdirektor) mit einer Aufführung von Méhuls Joseph (unter dem Titel Jakob und seine Söhne) das neue deutsche Departement des Dresdner Hoftheaters. In Dresden führte Weber seine in Breslau und Prag begonnenen Opernreformen der Aufführungspraxis weiter. Sie haben im Prinzip Bestand seit mehr als 180 Jahren, nur im Detail mag sich einiges bis heute geändert haben. Auch die Durchsetzung des Taktstocks war Webers Werk. Bis dahin hatten die Dirigenten vom Klavier oder Cembalo aus die Aufführungen geleitet und nur ab und zu die Einsätze gegeben.

1817 heiratete er die Sängerin Caroline Brandt. Ihr gemeinsamer Sohn Max Maria von Weber war im 19. Jahrhundert ein bekannter Autor, ein passionierter Eisenbahnpionier und vor allem der erste Biograf seines Vaters.

Dass Carl Maria von Weber auch ein bedeutender Schriftsteller war, ist weniger bekannt. Seine musikalischen und dramaturgischen Artikel fanden damals beim Publikum großes Interesse. An seinen literarischen Essays, Dichtungen und Kurzgeschichten könnten ihrer geschliffenen Sprache, ihrer Ideen und ihres an Heinrich Heine erinnernden Wortwitzes wegen auch die heutigen Leser Gefallen finden.

Das Carl-Maria-von-Weber-Museum befindet sich im Dresdner Stadtteil Hosterwitz bei Pillnitz. Er hielt sich dort mit seiner Frau Caroline in den Sommermonaten der Jahre 1818/19 und 1823/24 auf und schrieb wesentliche Teile der Opern Euryanthe und Oberon. Im Winter lebte Weber in der Stadt Dresden im Haus Altmarkt 9. Der Komponist starb kurz nach der Uraufführung des Oberon in London an Tuberkulose.

Auszug aus Wikipedia.de



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