Carl Reinecke (1824 - 1910)


Seinen ersten Musikunterricht erhielt Carl Reinecke mit sechs Jahren bei seinem Vater Johann Rudolf Reinecke. Die hohen Anforderungen, die der Vater an ihn als Sohn stellte, wurden für Reinecke zum bleibenden Maßstab. Er debütierte 1835 in Altona als Pianist, unternahm Konzertreisen durch Europa und wurde als „graziöser Mozartspieler“ gepriesen. Clara Wieck und Franz Liszt waren seine Vorbilder; aufgrund seiner Zurückhaltung und Bescheidenheit eignete er sich jedoch wenig für die Rolle eines gefeierten Virtuosen.

Mit einem Stipendium seines Landesherrn, des dänischen Königs und holsteinischen Herzogs Christian VIII., konnte Carl Reinecke von 1843 bis 1846 Klavier und Komposition am Leipziger Konservatorium studieren. Der damalige Gewandhaus-Kapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy ermöglichte ihm öffentliche Auftritte. In dieser Zeit lernte Reinecke auch Robert Schumann kennen und schätzen. Er war begeistert von Mendelssohns und Schumanns Werken, die ihn bei seinem eigenen Schaffen inspirierten: „Ich würde nicht dagegen opponieren, wenn man mich einen Epigonen nennt“, war seine charmante Antwort auf die Frage nach seiner konservativen Musikeinstellung.

1847 wurde Reinecke dänischer Hofpianist. Aufgrund des preußisch-dänischen Kriegs 1848 musste er nach Leipzig zurückkehren. Da er dort keine Anstellung fand, ging er 1849 nach Bremen, wo er als Dirigent und Komponist von Orchesterwerken tätig war.

Auf Anregung von Franz Liszt erhielt Reinecke eine Einladung von Hector Berlioz nach Paris. Dort konnte er als Pianist auftreten, und es kam zu einem Wiedersehen mit einem Bekannten aus der Leipziger Zeit: Ferdinand Hiller, inzwischen Direktor des Musikkonservatoriums in Köln. Dort konnte Reinecke ab 1851 als Dozent für Klavier arbeiten. Er pflegte ein freundschaftliches Verhältnis zu Robert Schumann im nahe gelegenen Düsseldorf und lernte den jungen Johannes Brahms kennen.

Von 1854 bis 1859 war Reinecke Kapellmeister in Barmen. 1859 wurde er Musikdirektor in Breslau, wo er erstmals Abonnementkonzerte veranstaltete. Noch im selben Jahr bot ihm das Gewandhausorchester in Leipzig die Leitung an. Reinecke übernahm dieses Amt im Jahre 1860 und hatte es bis 1895 inne. Daneben wirkte er bis 1902 als einflussreicher Klavier- und Kompositionslehrer am Leipziger Konservatorium. 1885 wurde er zum Königlich-Sächsischen Professor ernannt. Von 1887 bis 1902 war er dessen Direktor. Ebenfalls 1885 nahm er an der Stimmtonkonferenz in Wien teil, auf der ein einheitlicher Kammerton festgelegt wurde

Auszug aus Wikipedia.de



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